Cookies

Wir verwenden auf dieser Seite Cookies. Wenn Sie auf akzeptieren klicken, sind Sie mit der Nutzung von Cookies einverstanden.

Datenschutz

Programm: Spielzeit 2027/28

Wir begeistern Ihr Publikum überall – ob im großen Konzertsaal, auf Festivalbühnen oder in intimen Off-Venues. Das Stegreif Orchester bricht radikal mit den Konventionen des traditionellen Konzertbetriebs: Ohne Noten, ohne Stühle und ohne Dirigentin bewegen wir uns frei im Raum und schaffen eine dreidimensionale, unmittelbar spürbare Verbindung zum Publikum. In der Spielzeit 2027/28 bringen wir ein außergewöhnlich vielseitiges Portfolio an genreübergreifenden Produktionen mit, bei dem wir für jede Location und jeden Raum genau die passende Produktionsgröße bieten. Für kleine Venues präsentieren wir beispielsweise eine feinsinnige Siebener-Besetzung mit explore_händel, die intimere Räume in spannende Klangwelten zwischen Barock und Jazz verwandelt. Für mittlere Bühnen entfalten Produktionen wie freeBach, feel:free, echo:chamber und freemahler ihre dynamische und vielschichtige Strahlkraft. Und für die ganz großen Säle und Festivalbühnen bringen wir die große Orchesterbesetzung - erweitert um E-Gitarre, Saxophon und Drums - auf die Bühne. Bei bfree, escape valse, freeEroica und freebruckner reisen wir mit bis zu 26 Musiker*innen an und verschmelzen den Klang eines klassischen Orchesters mit Jazz, Folklore, Pop, Techno oder sogar Tanz zu einer modernen sinfonisch-performativen Urgewalt. Ob auf unbestuhlten Freiflächen, im klassischen Parkett oder ergänzt durch interaktive Community-Projekte und Musikvermittlung – wir haben für jeden Ort das richtige Format. Zeigen Sie Ihrem Publikum, wie dynamische Orchesterformate heute aussehen, klingen und sich anfühlen können und lassen Sie uns gemeinsam unvergessliche Klangerlebnisse schaffen!

Das gesamte Programm der Spielzeit 2027/28:

Programmübersicht

Spielzeit 2027/28

Große Besetzung
24-26 Musiker*innen

escape valse
freebruckner
freeEroica
bfree

Mittlere Besetzung
11-16 Musiker*innen

freeBach
freemahler
feel:free
echo:chamber

Kleine Besetzung
7 Musiker*innen

explore_händel

Musikvermittlung

Programm

Spielzeit 2027/28

Kontakt

Lust Stegreif zu buchen? Wir freuen uns über die Kontaktaufnahme

Lorenz Blaumer
Künslerisches Management
lorenz@stegreif.org
+49 177 2383632

Lorina Strange
Geschäftsführung
lorina@stegreif.org
+49 157 32481410

Für große Bühnen

Bild: Navina Neuschl.
Bild: Navina Neuschl

escape valse

Ein getanztes Konzert

75 Minuten (ohne Pause)
26 Musiker*innen & 5 Tänzer*innen

Walzer – „die Vorstellung eines phantastischen Wirbels, dem niemand entrinnen kann” – dafür steht Maurice Ravels Werk La Valse, das er 1920 als „Apotheose des Wiener Walzers” komponierte. Basierend auf diesem Werk gestaltet Stegreif in escape valse - ein getanztes Konzert, umrahmt von weiteren Rekompositionen impressionistischer Werke und schafft choreografische Bilder von im Rausch tanzenden Individuen – ein eskapistisches Kreiseln im Angesicht gesellschaftlicher Zerrüttung. Aus dem anschwellenden Getöse melden sich improvisierende Einzelstimmen zu Wort, utopische Klänge und auch Verlautbarungen des Zweifels. Und doch: Trotz der scheinbaren Unvereinbarkeit verbinden sich Musik und Tanz zu einem kaleidoskopartigen Ganzen. Ein Ballsaal – Ekstase, Ausbruch und Verbundenheit.

Trailer escape valse | Stegreif YouTube-Kanal

In Kooperation mit dem Tänzer und Choreographen Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, einem der profiliertesten Künstler für die choreographische Arbeit mit Musiker*innen, entsteht eine Produktion, die Musik und Tanz, Musiker*innen und Tänzer*innen zu einer Einheit verschmilzt und die Grenzen zwischen Konzert und Performance aufhebt. Stegreif agiert dabei als beweglich-reagierende Bühne für die Tänzer*innen, in einem Raum, der sich konstant neu formiert. Gleichzeitig entsteht durch das sich bewegende Orchester eine dreidimensionale Hörerfahrung.

Musikalisch verbinden die Rekompositionen von Mike Conrad, Lisa Morgenstern, Ralph Heidel, John Hollenbeck und Maria Gstättner die Genres Jazz, Elektronik/Techno, Experimental/Neo-Klassik und Pop/Alternative.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Navina Neuschl
Bild: Navina Neuschl.
Bild: Navina Neuschl

bfree

connecting europe through Beethoven's 9th Symphony

90 Min. ohne Pause
27 Musiker*innen

Die Grenzen sind offen – ob zwischen den Ländern oder den Genres, zwischen den Sprachen oder Kunstformen, zwischen den Alleinstellungsmerkmalen und den Gemeinsamkeiten. Das Programm bfree kombiniert Volkslieder aus Europa mit Elementen aus Beethovens 9. Sinfonie. Inspiriert von dem Gedanken einer „Europa-Sinfonie“ haben die Musiker*innen von Stegreif sich Auf die Reise begeben, „folk music“ und Herzensmelodien aus ihren Heimatlän-dern zu suchen und mit Beethovens Monumentalwerk zu verweben, um Europa in einer Sinfonie zu einem farbenfro-hen Land zusammenwachsen zu lassen und um Geschichten über Freiheit zu erzählen – Geschichten über die Sehnsucht nach Nähe und Miteinander – über das Fliegen, über alle Grenzen hinweg.

Trailer bfree | Stegreif YouTube-Kanal
Klassikinfo.de 1.11.2020

»So junge Leute mit solchem Riesentalent, das gibt Hoffnung für die Zukunft, das begeistert das Publikum. Dieser Ausbruch von unbändiger Musizierlust wirkte wie ein Aufschrei vor dem erzwungenen Verstummen. Animiert gehen die Menschen nachhause.«

Die Rekompositionen der ersten drei Sätze stammen von den Ensemblemitgliedern Juri de Marco, Alistair Duncan und Bertram Burkert, die traditionelle Melodien wie „Der Mond ist aufgegangen”, „Bella Ciao” oder dem serbischen „Cocek” mit Originalpassagen Beethovens verbinden – teils in nahtloser Verschmelzung, teils durch harten Kon-trast. Der vierte Satz, die legendäre „Ode an die Freude”, wurde von dem renommierten Jazz-Komponisten und Pianisten Uri Caine rekomponiert, der für seine Jazz-Bearbeitungen klassischer Werke bekannt ist. Für die legendäre „Ode an die Freude” findet Stegreif auch ohne Einsatz eines großen Chores überraschende und berührende Umsetzungen zwischen Stimme, Orchesterklang und E-Gitarre.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Navina Neuschl
Bild: Patrick Hürlimann.
Bild: Patrick Hürlimann

freebruckner

Rekomposition von Anton Bruckners 7. Sinfonie in E-Dur

85 min (ohne Pause)
26 Musiker*innen

In freebruckner sucht Stegreif die Auseinandersetzung mit diesem großen Sinfoniker der Romantik und erarbeitet eine genreübergreifende Rekomposition von dessen 7. Sinfonie. Heute vor allem als Komponist großer Sinfonien im Konzertrepertoire präsent, war Bruckner zu Lebzeiten vor allem auch für seine Improvisationskunst an der Orgel berühmt. Stegreif, dessen Leidenschaft die Verbindung von Sinfonik und Improvisation ist, wird diese zwei für Bruckner typischen Elemente miteinander verknüpfen und die Sinfonie in improvisatorischer Freiheit und kammer-musikalischer Leichtigkeit präsentieren. Dabei nimmt Stegreif die berühmte Trauermusik des zentralen Adagios zum Anlass, sich konstruktiv mit den vielen gesellschaftlichen Verlusterfahrungen unserer Zeit auseinanderzusetzen.

Trailer freebruckner | Stegreif YouTube-Kanal
Luzerner Zeitung, 12.09.2024

»Ein Markenzeichen von „Stegreif“ [...] ist die überzeugende Bewegungschoreografie, bei der auch überbordende Freude am Musizieren und Improvisieren Platz hat. Dem Ausklingen einer Bruckner-Sinfonie folgen meist Momente der Stille. Für die Stegreif-Darbietung explodierte geradezu der Applaus.«

Den Klang des sinfonischen Orchesters erweitern die ca. 30 Musiker*innen dabei um Saxophon, Drumset, E-Gitarre und die Verwendung der eigenen Stimmen. Im Hier und Jetzt, frei beweglich im Raum, auswendig und ohne Diri-gent*in entsteht eine Performance, welche die Grenzen zwischen Mitwirkenden und Besucher*innen, zwischen Komposition und Improvisation, sprengt. Stellen wir uns vor, wie ein zeitgenössischer Bruckner wohl heute die The-men seiner Sinfonie an der Orgel interpretiert hätte…

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Patrick Hürlimann
Bild: Frederik Ferschke.
Bild: Frederik Ferschke

freeEroica

Rekomposition von Beethovens 3. Sinfonie Eroica

65 Minuten ohne Pause
24 Musiker*innen

Stegreif liebt sie, die Freigeister, Revolutionäre und Andersdenkenden. All jene, die ihre Vorstellungen von der Welt hatten und sich nicht scheuten, diese auch zu leben. Mit freeEroica widmet sich Stegreif dem ersten selbstbestimmt freischaffenden Komponisten der Klassikgeschichte und seiner dritten Sinfonie.

Ludwig van Beethovens Eroica steht im Zeichen der französischen Revolution und ihren Werten. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ursprünglich für Napoleon Bonaparte komponiert, entschied Beethoven unmittelbar nach dessen Selbstkrönung, dass der Tyrann kein historischer Held und kein geeigneter Widmungsträger für die Sinfonie sei, die selbst einen revolutionären Akt der Musikgeschichte darstellt.

Stegreifs Rekomposition „freeEroica“ handelt von Revolutionen – geschichtlich wie musikalisch – von dem Mut, für etwas zu kämpfen, von Helden und den Opfern, die sie bereit sind zu bringen, von Widerstand und Zusammenhalt, und vor allem von der Suche nach Freiheit.

Trailer freeEroica | Stegreif YouTube-Kanal
Allgemeine Zeitung 9.4.2025

»Am Ende blieb der Eindruck, dass hier junge Musiker in der rund 90-minütigen Musik-Performance so gut wie alles aushebelten, was bisher die Wiedergabe von Beethovenscher Musik ausmachte. […] Enttäuscht war am Ende keiner der Besucherinnen und Besucher, denn stehende Ovationen und minutenlanger Applaus belohnten das Orchester für das erlebnisreiche und vollkommen unkonventionelle Konzert.«

Ohne Noten, ohne Dirigent*in und ohne Stühle strebt das Orchester ihnen entgegen und sucht dabei auch nach den kleinen Umbrüchen – und mögen diese „nur“ darin bestehen, ohne Schuhe den Konzertsaal zu betreten oder das Publikum auf eine Reise vom Frankreich des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart mitzunehmen. So wird die Eroica mit Performance, Improvisation und Rekomposition neu gelebt. Zerbrochene Takte, überdimensionale Requisiten und gesprengte Orchesteraufstellungen machen Beethovens Streben nach Neuem und Unerwartetem erfahrbar in einem Werk, das als Teil des jahrhundertealten Kanonrepertoires mit den heutigen Hörerwartungen nicht länger bricht.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Frederik Ferschke

FÜR MITTLERE BÜHNEN

Bild: Alexander Ziegler.
Bild: Alexander Ziegler

freeBach [AT]

Rekomposition von J.S. Bachs Musikalischem Opfer

75 Minuten ohne Pause
16 Musiker*innen

Mit FREEBACH nimmt das Stegreif Orchester eines der rätselhaftesten Werke Johann Sebastian Bachs zum Ausgangspunkt und führt es in die Gegenwart.

Bachs Musikalisches Opfer entstand aus einem musikalischen Improvisationsexperiment. Seine kunstvoll verschlungenen Canons und das berühmte Ricercar a 6 folgen dabei geometrischen Prinzipien von Spiegelung, Symmetrie, Vergrößerung und Verkleinerung. In FREEBACH werden diese Strukturen zum Material für etwas radikal Neues: Gemeinsam mit Alistair Duncan und weiteren international renommierten Komponist*innen entwickelt das Stegreif Orchester eine zeitgenössische Rekomposition zwischen Komposition, Improvisation und Bewegung.

Dabei bleibt die Musik nicht auf der Bühne stehen. Das Orchester selbst wird zum choreografischen Körper. Musiker*innen wechseln ihre Positionen, bilden Räume, spiegeln Bewegungen und verwandeln musikalische Strukturen in sichtbare und körperlich erfahrbare Formen. Aus dem Zusammenspiel von Klang, Bewegung und Raum entsteht eine lebendige Architektur, die sich im Moment immer wieder neu formt.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Bernd Schölzchen/Kasseler Musiktage.
Bild: Bernd Schölzchen/Kasseler Musiktage

freemahler

what the earth tells us

60 Minuten (ohne Pause)
11-15 Musiker*innen

Gustav Mahler beschrieb vor mehr als einhundert Jahren in seiner Musik eindringlich die Schönheit der Natur – eine Schönheit, die in weiteren einhundert Jahren schon weitgehend verloren sein könnte, wenn die Erde sich bis dahin durch den menschengemachten Klimawandel weiterhin so drastisch verändern sollte.

Das Stegreif Orchester präsentiert Mahlers Melodien u.a. aus den Sinfonien Nr. 1, 3 und 10, dem Lied von der Erde sowie den Wunderhornliedern mit improvisatorischer Leichtigkeit. Dieser Leichtigkeit werden, wie auch bei Mahler, zugleich die Aspekte von Vergänglichkeit und Zerstörung gegenübergestellt. Hierfür wurden vier Komponist*innen(-teams) mit sehr unterschiedlichen Klangsprachen beauftragt, jeweils einen Satz zu arrangieren. Das Programm beruht nicht auf der Bearbeitung eines einzigen klassischen Werks, sondern enthält Bezüge auf unterschiedliche Werke Gustav Mahlers, die jedoch das gemeinsame Thema Natur verbindet. So entsteht eine vielseitige Reflexion von Mahlers musikalischer Welt am heutigen Scheitelpunkt der Zeit.

Trailer freemahler | Stegreif YouTube-Kanal
1 ERDE — 11 MUSIKER*INNEN — 111 MELODIEN

Der Klimawandel betrifft die Existenz der gesamten Menschheit, ihre Gesundheit und Ernährung. Er vernichtet Äcker auf Dauer, lässt Wasser versiegen, lässt Tiere und Pflanzen aussterben. Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit Ursachen und Folgen des Klimawandels – Lösungsansätze werden entwickelt, internationale Initiativen machen darauf aufmerksam. Wir als Kunstschaffende stellen uns in diesem Programm die Frage: wie können wir mittels Musik unseren Beitrag leisten, zum Denken anregen, wachrütteln und zu einem Bewusstseinswandel beitragen?

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Sophia Hegewald
rbb24, 23.11.2020

»Der abwechslungsreiche Abend befreit Mahler, zeigt dabei das moderne künstlerische Potential dieses Komponisten, dessen Werke sinfonisch interpretiert werden, sich aber auch mit Jazz und Rock vertragen. Solche stilistischen Überraschungen sind in dieser Perfektion ein Merkmal des jungen Ensembles, das sich aus exzellenten Musikern zusammensetzt. Mühelos und organisch verbinden sich im Stegreiforchester Holz- und Blechbläserklänge, Geigen, Bratschen und Celli mit dem modernen Sound von Rockgitarre, E-Bass und Drumset.«

Bild: Paul Saint-Paul.
Bild: Paul Saint-Paul

FEEL:FREE

eine musikalische Einladung

75 Minuten (ohne Pause)
12-18 Musiker*innen

Ob im Stehen oder im Sitzen, beim Tanzen oder im Laufen, aus der Vogelperspektive oder Mitten im Geschehen - Musik lässt sich auf so unterschiedliche Art und Weise genießen. Stegreifs feel:free ist eine Einladung, Orchestermusik neu zu entdecken. An Menschen, die eigentlich nie Klassik hören, an jene, die gerne grooven genauso wie an die, die wohlbekanntes Repertoire neu erleben wollen. Denn Orchestermusik kann so viel mehr sein als bestehende Konventionen: Freude am Musizieren und dem Musik-Erleben, eine wundersame Mischung aus starken Emotionen und zarten Momente. Gefühl und Freiheit. Entfesselte Energie.

Trailer feel:free | Stegreif YouTube-Kanal

Mit feel:free legt Stegreif einen bewussten Fokus auf die Atmosphäre im Moment des Geschehens. Werke bekannter und unbekannter Komponist*innen, wie Wilhelmine von Bayreuth oder Emilie Mayer sowie Edward Elgars Enigma Variationen fließen in diesen Rausch mit ein. Eigenkompositionen von Ensemblemitgliedern sind dabei ebenso Bestandteil, wie viele improvisierte Momente, die das Publikum durch seine Reaktionen nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Frederik Ferschke
Bild: Frederik Ferschke.
Bild: Frederik Ferschke

ECHO:CHAMBER

Improvisation im Widerhall des 20. Jahrhunderts

60 Minuten (ohne Pause)
12 Musiker*innen

Das Vergangene im Jetzt hörbar machen – In echo:chamber stellt Stegreif drei kammermusikalische Werke des 20. Jahrhunderts ins Zentrum – Werke, die politische Erschütterungen, Hoffnungen und Brüche dieser Zeit auf musikalische Weise reflektieren. Von Nationalsozialismus, Krieg und Diktatur, über auch Trauer, Aufbruch und Wiederaufbau bis zum Spannungsfeld des Kalten Krieges. Mit Richard Strauss’ Metamorphosen für Streichseptett (1945) erklingt eine tief bewegende Reflexion auf den kulturellen und menschlichen Verlust nach dem Zweiten Weltkrieg. György Ligetis Sechs Bagatellen (1953) geben in kurzen, intensiven Sätzen die Zerrissenheit und Zensur der Nachkriegszeit wieder. Alfred Schnittkes Stille Musik (1979) schließlich lässt in der Reduktion auf zwei Stimmen Raum für das Ungesagte – und das Unhörbare.

Doch das Konzert bleibt nicht in der Vergangenheit stehen: In typischer Stegreif-Manier werden die Werke Improvisationen gegenübergestellt – Klangräume, die sich spontan aus dem Hier und Jetzt entwickeln. Sie greifen die Themen der Stücke auf, verflechten Vergangenheit mit Gegenwart und schaffen ein unmittelbares emotionales Erleben, das über die reine Interpretation hinausgeht – als klanglicher Kommentar zur Zeitgeschichte, aber auch zur Welt, in der wir heute leben. Ein Konzert zwischen Erinnerung und Gegenwart. Zwischen Struktur und Freiheit. Zwischen Stille und Aufbruch.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Frederik Ferschke
Bild: Navina Neuschl.
Bild: Navina Neuschl

EXPLORE_HÄNDEL

Eine Jazz-Barock-Fusion auf der Grundlage von Werken Georg Friedrich Händels

75 Minuten (ohne Pause)
7 Musiker*innen

Die Improvisation ist uns heutzutage überwiegend als elementare Ausdrucksform des Jazz bekannt. Doch auch in der klassischen Musik gab es Epochen, in denen die Improvisation eine wesentliche Rolle gespielt hat: so beispielsweise im Barock. Auch wenn sie musikhistorisch zumeist nicht als „Improvisation“, sondern mit Begriffen wie „fantasieren“ oder „präludieren“ bezeichnet wurde, belegen die umfassenden Verzierungstechniken, Melodieimprovisationen über ostinaten Bassfiguren sowie die Ausführung des Generalbasses die Selbstverständlichkeit der Improvisation in der Barockmusik und die damit verbundenen Anforderungen an die Improvisationsfähigkeiten der Musiker*innen.

Trailer explore_händel | Stegreif YouTube-Kanal
Die Rheinpfalz, 26.02.2023

»Lebendig, geistreich und vielfarbig: Das war dieser erstmals in dieser Form aufgeführte jazzige Händel in Karlsruhe, der beim Publikum große Begeisterung hervorrief.«

Dieses verbindende Element zwischen Jazz und Barock nehmen die Musiker*innen von Stegreif zum Anlass, um einen modernen, musikalischen Blick auf die ganze Breite von Georg Friedrich Händels (1685-1759) Werken zu werfen - vom traditionellen Concerto Grosso in g-moll (Op. 6 No. 6, HWV 324: III), über die berühmte Rinaldo "Arie Lascia ch'io pianga" (HWV 7) bis hin zu Händels Oratorium Israel in Egypt (HWV 54). Unter der musikalischen Leitung von A-listair Duncan entsteht im Hier und Jetzt, auswendig, frei beweglich im Raum eine kammermusikalische Konzertperformance für 7 Musiker*innen mit unterschiedlichen künstlerischen Ausbildungen sowie verschiedenen Herangehensweisen an Barockmusik und die Kunst der Improvisation.

Alle Infos für Veranstalter

Bild: Lucie Schulze